Archiv des Monats April, 2010

27. Vienna City Marathon – Ergebnis

Kategorie Ergebnisse, Laufen 42 km - Marathon am April 30th, 2010

Der Marathon in Wien war ein voller Erfolg!

Ich habe es geschafft das von mir gesteckte Ziel bei weitem zu übertreffen.

Katha und ich fuhren bereits am Vortag zu Gitti, einer guten Bekannten, die uns freundlicherweise die ganze Zeit bei sich wohnen ließ. Auf der Fahrt nach Wien haben wir in St.Pölten noch Kathas Cousin abgeholt, der auch zwei Tage in Wien verbringen und sich den Marathon anschauen wollte. Nach der Anreise haben wir unser Quartier bezogen und uns etwas im Garten ausgeruht. Als Abendessen gab es natürlich noch eine große Portion Nudeln und dann bin ich auch bald ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen habe ich mein Laufzeug hergerichtet und bin dann zur U-Bahn-Station „Alte Donau“ gefahren, wo ich mich mit Gittis Arbeitskollegen und Leiter des ORF-Laufteams, Rainer,  getroffen habe. Dieser hat mir am Vortag meine Startunterlagen abgeholt, sodass ich mich darum nicht auch noch kümmern musste. Vielen Dank nochmal.

Nachdem ich mir mein „1860“ umgebunden habe, gab ich Katha noch meine restlichen PowerGels und verabschiedete mich zum Warmlaufen. Dieses fiel aber eher kurz aus und ich begab mich dann in Richtung Startblock. In welchem ich war, weiß ich gar nicht so genau, aber ich glaube im zweiten. Ich war also ausreichend weit vorne. Nun musste ich nur noch 15 Minuten lang warten, bis es endlich losgehen sollte.

Den Startschuss habe ich gar nicht gehört, aber auf einmal setzte sich unser Block in Bewegung. Wir joggden locker dahin und ich schaute auf den Boden, wo die Zeitnahmematten, also der eigentliche Start, waren. Nach 200 Metern war es dann so weit. Ich hatte inzwischen Tempo aufgenommen und dann ein fliegender Start. Die ganze Reichsbrücke voller Leute, aber dennoch relativ gute Bewegungsfreiheit. Es folgte der erste wunderbare Moment des Laufs. Von der Brücke geht es bergab auf eine lange Gerade bis zum Praterstern und man lief direkt in eine tobende Zuschauermenge hinein. Super! Ein Video von Kathas Cousin ist unter den nächsten Fotos. Sie haben sich am Ende der Brücke in die Fahrbahnmitte gestellt und den ganzen Läufertross gefilmt.


Reichsbrücke [Größe des Videos ca. 4,88MB]
[flv:http://www.benjaminobermeier.com/bilder/wettkampf/2010-wien_reichsbruecke.flv 480 320]

An dieser Stelle gleich ein großen Dankeschön an Katha, Christoph, Stephanie und meine Tante Hanni, die mir zum einen zugeschaut  und zum anderen von Foto bis PowerGel alles Logistische gemeistert haben. Auch sie sind an diesem Tag wahrscheinlich einen Halbmarathon gerannt, wenn man ihre U-Bahn-Ralley zusammenfasst.

Praterstern, Hauptallee, Schüttelstraße (I) und dann die ganze Wienzeile runter Richtung Schönbrunn. Die ersten 15km vergingen schnell und ohne Probleme. Ich habe ein sehr gutes Tempo angeschlagen und habe mich auch von vielen Halbmarathonis, die gleichzeitig gestartet waren, verleiten lassen schnell zu laufen. Aber auch wenn es viele, viele Läufer waren, so war es doch das einsamste Rennen, das ich je gelaufen bin. Ich habe zu keinem Zeitpunkt jemanden gefunden, der mein Tempo über mehr als 500 Meter lief. Immer waren sie zu schnell oder wurden dann von mir überholt. Ich habe mich also nicht an jemanden hängen können. Daher war mein Forerunner mein bester Freund und ich habe nur auf meine min/km-Anzeige geschaut. Anfangs versuchte ich nicht über 4:40 min/km zu kommen, was auch gelang.

Nach Schönbrunn ging es eine Parallelstraße zur Wienzeile wieder zurück und am Ende dieser Straße bogen wir auf den Ring und die Halbmarathonis durften in die Hofburg abbiegen. Eine wahnsinns Stimmung war um das Ziel, sodass ich mich da schon auf mein Ende freute. Nachdem tausende Halbmarathonis weg waren, waren auf der Strecke die Mitläufer dünner gesäht. Und es war plötzlich ganz ruhig. Nach der Stimmung am Ziel durfte man hier nicht melancholisch werden und sich auch nicht vom jetzt entgegen blasenden Wind stören lassen. Kämpfen, Schnitt halten, Schwedenbrücke. Über die Donauuferstraße wieder zur Schüttelstraße (II), wo ich zum ersten Mal Läufer sah, die mir entgegen kamen. Darunter die österreichische Topathletin, der Publikumsliebling, Andrea Mayr. Diese war leicht zu erkennen, weil sie ein eigenes Auto hatte, das vor ihr fuhr.

Am Ernst-Happel-Stadion war dann ein Wendepunkt mit vielen Zuschauern. Dann wurde es ernst. An km 31 bog man wieder in die Hauptallee Richtung Lusthaus. Eine 2 km lange, endlose Gerade, die man erst runter und dann wieder rauf laufen musste. Hier heisst es sich zusammenzureißen und das Tempo zu halten. Nicht nach vorne ins Nichts starren, sondern den Blick auf den Vordermann oder den Boden richten. Böse Gedanken an Krämpfe oder Stehenbleiben sofort aus dem Kopf streichen und einfach weiterlaufen.

Nach der Hauptallee wieder die Schüttelstraße (III) am Donaukanal. Leicht bergauf kamen km 36, 37, 38, kämpfen! Dann endlich, ich sehe die Brücke Richtung Innenstadt. Bald kommt die große 4, bald schreien die Massen. Doch noch waren nur wenige Leute am Wegesrand. Ich dachte, dass auch am Radetzkyplatz schon Leute stehen, aber das war wie leergefegt. Durch diese Einsamkeit musste man noch alleine durch, km 39.

Aber dann war es so weit. Km40. Abbiegen auf den Ring. Links und rechts Menschen, Musik, eine lange Gerade. Ich laufe zwischen den Tramschienen. Angenehmer glatter Bodenbelag. Im Kopf stellt sich die Gewissheit ein, dass jetzt nichts mehr schiefgehen darf. Nicht mehr kann! Ein super Publikum, es wird angefeuert. Ich überhole einen Hasen. Bei km 41 folgt man dem Ring nach rechts. Ich weiß, dass das die letzte Kurve vor der Zielkurve sein muss. Noch mehr Zuschauer. Tempo erhöhen? Nein, noch nicht. Geht eh nicht mehr. Tempo halten. Gute Idee! Die Zuschauer stehen jetzt bereits hinter Absperrgittern. Man ist abgeschirmt. Die Straße gehört nur noch den Läufern. Man merkt, dass es jetzt ernst wird. Von weitem seh ich links vorne an der Kurve den ORF-Kameraturm. Ein Blick auf die Uhr. 3:16:irgendwas. Wahnsinn. Ich habe durchgehalten. Zielkurve aufs Tor der Hofburg. Ich reiße die Arme hoch. Die Fotografin schießt und signalisiert mir, dass sie mich hat. Ich laufe durchs Tor. Blauer Teppich, Ziel zum ersten Mal in Sichtweite, 200m, Cheerleader links und rechts, volle Zuschauertribühnen. Es ist wunderbar! Noch ein Fotograf, Arme hoch, das Ziel im Auge. Endspurt! Muss alles Überholen was noch vor mir ist. 3 warens noch ungefähr. Ins Ziel *piep* *piep*, zwei Matten beenden das Abenteuer. Noch einmal laut schrein und auf die Uhr schaun: 3:17:45 zeigt sie an. Wunderbar!

Nach dem Ziel taumel ich an einer jungen Dame vorbei, die mir eine Medaille umhängt. Ich taumel in den Hinterhof und hole mir was zu trinken. Neben den tausenden Getränkeflaschen setzte ich mich auf den Tisch. Ich bin da. Ich habs echt geschafft. Viel kann man nicht denken. Ich trinke aus und hole mir neue Flaschen. Dann gehe ich raus, bekomme ein Finisher-Paket in die Hand, das gefühlt einen Zentner schwer ist. Keine Kraft in den Armen. An der Hofburg gehts vorbei zu den Kontainern mit den Gewandsackerln, wo ich schnell meinen Pulli holen will. Es ist etwas kalt. Nachdem ich ihn habe treffe ich auch schon Stephanie und Katha und nach 10 Minuten haben wir uns auch mit Hanni und Christoph zusammengerufen. Es ist echt vorbei. Meine Beine fühlen sich super an, ich kann sie beim gehen schon nicht mehr richtig abbiegen. Erinnerungen an Füssen werden wach. Das heißt wieder tagelang Schmerzen beim Treppen gehen. Aber ich kurierte mich dieses Mal schneller aus als nach Füssen. Am Mittwoch war ich schmerzfrei.

Ergebnis
netto – offiziell
42,195 km in 3 h 17 min 44 s (4 min 42 s /km)

Platz gesamt: 0642 von 5051 (12,7%)
Platz M20: 0079 von 0519 (15,2%)

Abschließend noch die Fotos vom Christoph und der Zielbereich als Video.


Zielbereich [Größe des Videos ca. 5,04MB]
[flv:http://www.benjaminobermeier.com/bilder/wettkampf/2010-wien_ziel.flv 480 320]

27. Vienna City Marathon – Countdown

Kategorie Laufen 42 km - Marathon am April 16th, 2010

Der erste große Schritt Richtung Wien ist gemacht, ich bin angemeldet.



Quelle: www.vienna-marathon.com

Schöne Startnummer, ich weiß 🙂

Edit 16.04.2010:
Morgen gehts endlich los Richtung Wien.
Das bedeutet, dass ich heute noch viel vor habe. Auto herrichten, Laufzeug packen, was brauch ich sonst noch alles, usw.
Und dann hoffe ich, dass sich die laufintensiven Monate in 2010 gelohnt haben und ich das von mir gesteckte Ziel erreiche. Ich mag jetzt noch gar nicht daran denken, wie weit 42,195 km eigentlich sind. Da denken wir überhaupt nie dran 😉

Ich melde mich wieder mit einem hoffentlich positiven Bericht aus Wien.
Keep on running!